Bürostuhl und Chefsessel richtig auswählen: Darauf sollten Sie achten

Bürostuhl und Chefsessel richtig auswählen: Darauf sollten Sie achten

Ein guter Bürostuhl unterstützt Ihre natürliche Haltung in allen Sitzpositionen, passt sich Ihren individuell Bedürfnissen an und fördert die Bewegung. Worauf Sie bei der Auswahl des richtigen Chefsessel achten sollten.

Bis zu acht Stunden und länger sitzen wir häufig im Büro oder Home-Office. Das belastet unseren Rücken. Umso wichtiger ist es, dass Sie einen guten Bürostuhl auswählen, den Sie noch dazu richtig auf Ihre Körpergröße und persönlichen Bedürfnisse einstellen. Denn falsch ausgewählte Chefsessel können Beschwerden hervorrufen und Schon- oder Fehlhaltungen auslösen. Darum sollten Sie einen Bürostuhl aussuchen, der Ihren persönlichen Präferenzen, Arbeitsaufgaben und Belastungszeiten gerecht wird. Übrigens: Wie Sie richtig sitzen, erfahren Sie in diesen Karrierebibel-Tipps

 

Rückenlehne

Höhe: Die Rückenlehne sollte vor allem eins sein: höhenverstellbar. Die Lehnenoberkante sollte bis zu den Schulterblättern reichen. Die Rückenlehne sollte die natürliche Form der Wirbelsäule unterstützen und so hoch sein, dass die Oberkante mindesten 45 Zentimeter oberhalb der Sitzfläche liegt.

Lendenstütze: Die Rückenlehne sollte so gewölbt sein, dass sie die natürliche Lendenwirbelsäulenform unterstützt. Auch die Lendenstütze sollte individuell in Stärke und Höhe anpassbar sein. Einige Bürostühle verfügen sogar über sogenannte Airbags in der Rückenlehne zum Aufblasen der Lendenstütze. Dazu pumpt man den Airbag auf, setzt sich in den Stuhl und drückt auf den Entlüftungsknopf, um das gewünschte Niveau zu erreichen.

Breite: Die Rückenlehne sollte mindestens 40 Zentimeter breit sein.

 

Sitz

Sitzhöhe: Der Stuhl sollte sich in seiner Sitzhöhe auf fast jede Körpergröße einstellen lassen. Die Füße sollten beim Sitzen fest auf dem Boden stehen, die Ober- und Unterschenkel bilden dabei zueinander einen Winkel von 90 Grad oder mehr. Die Sitzhöhe sollte zwischen 40 und 53 Zentimetern verstellbar sein.

Sitztiefe: Die Sitztiefe ist der Abstand zwischen der unteren Rückenlehne und der Vorderkante der Sitzfläche. Sie sollte zwischen 37 und 47 Zentimetern liegen und sich für verschiedene Beinlängen einstellen lassen. Achten Sie am besten darauf, dass es zwischen der Vorderkante des Sitzes und dem Unterschenkel einen vier Finger breiten Raum gibt.

Sitzgelenk: Die Sitzfläche eines guten Chefsessel ist in alle Richtungen kippbar und fördert damit das „dynamische“ Sitzen, bei dem man öfter die Haltung ändert. Denn wer lange in derselben Haltung verharrt, riskiert Verspannungen und Schmerzen.

Rotatorischer Sitz: Die Sitzfläche lässt sich horizontal drehen. Auch das führt dazu, dass man sich automatisch mehr bewegt und die Position wechselt.

 

Armlehne

Einstellbare: Die Armlehne entlastet die Schulter- und Nackenmuskulatur. Genau wie der Sitz und die Rückenlehne sollte auch sie individuell anpassbar sein – sowohl in der Höhe, als auch in der Breite. Achten Sie darauf, dass die Armlehnen in der Höhe von 18 bis 29 Zentimeter verstellbar sind. Sie sollten mindesten fünf Zentimeter breit und rund 20 Zentimeter lang sein.

90-Grad-Winkel: Der Winkel zwischen Ober- und Unterarm sollte 90 Grad oder mehr betragen. Die Armlehne sollte auf gleicher Höhe mit dem Tisch eingestellt sein.

 

Nacken- oder Kopfstütze

Nicht notwendig, aber sinnvoll kann eine höhenverstellbare Kopf- oder Nackenstütze sein. Dadurch wird insbesondere die Halswirbelsäule entlastet. Aber auch der Rücken profitiert von einer Kopfstütze.

Tiefeneinstellung: Die Tiefe der Kopfstütze sollte so eingestellt werden, dass der Kopf nicht in den Nacken und nicht nach vorne fällt. Nichts ist unangenehmer als eine falsche Kopfhaltung.

 

Bürostuhl-Mechanik

Viele moderne Bürostühle passen sich den Bewegungen des Sitzenden an.

Wipp-Mechanik: Die Rückenlehne und der Sitz sind fest miteinander verbunden, beides kann synchron nach hinten kippen.

Permanent-Mechanik: Der Sitz ist fest und die Rückenlehne kann nach hinten wippen. So wird der Oberkörper in jeder Sitzhaltung gestützt. Die Federung der Rückenlehne sollte so eingestellt sein, dass sie den Bewegungen des Sitzenden folgt, ohne ihn „gefühlt“ vom Stuhl zu schubsen.

Synchron-Mechanik: Sowohl Sitz als auch Rückenlehne sind neigbar, aber nicht fest miteinander verbunden. Wippt der Sitzende nach hinten, neigt sich die Lehne auch ein wenig. Der Büroarbeiter streckt sich, bewegt die Gelenke, sein Körper wird besser durchblutet.

 

Weitere Hinweise

Stuhlrollen: Die passenden Rollen für einen neuen Bürostuhl sind abhängig von der Härte des Fußbodens: Bei weichem Teppichboden sollten die Stuhlrollen hart, bei hartem Boden möglichst weich sein.

Bezug und Polsterung: Die Polsterung sollte nicht zu weich und der Bezug atmungsaktiv, strapazierfähig, rutschfest und leicht zu reinigen sein.

Hebel: Sie sollten alle Hebel Ihres neuen Bürostuhls im Sitzen bequem erreichen, einfach bedienen und dank Piktogrammen leicht verstehen können.

Bedienungsanleitung: Im Lieferumfang sollte eine leicht verständliche Gebrauchsanleitung enthalten sein.

Gütesiegel und Prüfzeichen: Das wichtigste Gütesiegel, auf das Sie beim Kauf Ihres neuen Bürostuhls achten sollten, ist das GS-Zeichen. Damit erfüllt er die gesetzlichen Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheit. Mit dem Quality Office Gütesiegel erfüllt der Stuhl darüber hinaus auch weitere Anforderungen an Ergonomie und Produktqualität. Das TÜV Prüfzeichen gewährleistet, dass der Bürostuhl die gesetzlichen Mindestanforderungen sowie weitere Anforderungen an Sitzergonomie erfüllt – besonders im Hinblick auf dynamisches Sitzen. Neben den gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt ein Stuhl mit dem AGR-Gütesiegel auch weitere Anforderungen an eine rückengerechte Konstruktion und Gestaltung.

Service: Achten Sie beim Händler oder Fachgeschäft auf eine fachkundige Beratung, eine Einweisung in die richtige Anwendung auf Probestühlen, eine Kundenbetreuung auch nach dem Verkauf sowie einen Reparaturservice. Beim Hersteller sollten Sie darauf achten, dass Änderungen und Nachrüstungen am Bürostuhl möglich sind (z.B. Gasfeder, Nackenstütze, Armlehnen) und dass eine lange Garantie sowie umfangreiche Garantieleistungen gewährleistet werden.

 

(Keine) Alternative zum Bürostuhl

Mittlerweile gibt es viele alternative Sitzmöglichkeiten: Sattelsitze, Balans-Stühle, Sitzbälle, Swopper, Pendelhocker und sogar Stehhilfen eignen sich vielleicht als Ergänzung zum Bürostuhl. Acht Stunden lang entspannt darauf sitzen können aber nur die wenigsten.

Weitere Kriterien, Tipps und Checklisten für die Auswahl passender Bürostühle finden Sie auf der Website der VGB >>

 

 

Fotos: pexels.com

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