Das ändert sich 2018 für Patienten: mehr Leistung, geringere Beiträge

Das ändert sich 2018 für Patienten: mehr Leistung, geringere Beiträge

Für Patienten ist 2018 ein gutes Jahr. Mehr Krankengeld, mehr Früherkennungsuntersuchungen, mehr Gesundheits- und Vorsorgemaßnahmen. Kurzum: mehr Leistung.

Und das alles gibt es für weniger Geld, denn der Beitrag für die meisten gesetzlich Krankenversicherten sinkt. Da jede Krankenkasse den Zusatzbeitrag für ihre Mitglieder selbst bestimmt, haben jedoch einige wenige Krankenkassen ihre Beitragssätze erhöht. In diesem Fall gilt für die Versicherten aber ein Sonderkündigungsrecht. Damit können sie einfach in eine andere Krankenkasse wechseln.

Mehr Krankengeld, weniger Zuzahlung

Zum 1. Januar 2018 ist das Krankengeld gestiegen. Gesetzlich Versicherte erhalten jetzt bis zu 103,25 Euro pro Tag – etwa zwei Euro mehr als 2017. Über Entlastungen können sich Versicherte außerdem bei Zuzahlungen für rezeptpflichtige Medikamente oder Hörgeräte freuen, da der Freibetrag angehoben wird.

Mehr Zahngesundheit

Kleinkinder, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung erhalten vom 1. Juli 2018 an neue Leistungen, um Zahnerkrankungen vorzubeugen. Halbjährlich können sie dann bei einem Zahnarzt den Gesundheitszustand ihres Mundes erheben und harte Zahnbeläge (Zahnstein) entfernen lassen. Normalversicherte haben diesen Anspruch nur einmal pro Jahr. Neu ist auch der Anspruch auf eine Aufklärung über die Bedeutung der Mundhygiene und Maßnahmen zu deren Erhalt sowie auf die Erstellung eines Plans zur individuellen Mund- bzw. Prothesenpflege. Ausgeweitet werden voraussichtlich Ende 2018 auch die Früherkennungsuntersuchungen für Karies bei Kleinkindern unter dem 30. Lebensmonat.

Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Gesetzlich versicherte Männer ab 65 Jahren können künftig einmal im Leben eine Ultraschall-Untersuchung zur Früherkennung eines Aneurysmas der Bauchaorta (Ausbuchtung der Bauchschlagader) in Anspruch nehmen. Die neue Screening-Leistung kann ab dem 1. Januar 2018 u.a. von Hausärzten oder Radiologen abgerechnet werden, sofern sie über eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung verfügen.

Krankenhausbehandlung im eigenen Bett

Krankenhäuser können Patienten unter bestimmten Voraussetzungen ab 2018 auch zu Hause psychiatrisch behandeln. Die neue „stationsäquivalente Behandlung“ kommt für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und stationärer Behandlungsbedürftigkeit in Frage, wenn es sich bei dem Betroffenen z.B. um einen alleinerziehenden Elternteil handelt. Auch Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, die eine gerontopsychiatrische Therapie benötigen, können von dem neuen Leistungsangebot profitieren.

Mehr Gesundheits- und Vorsorgemaßnahmen

Im Jahr 2018 bauen die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen ihr Engagement in der Prävention und Gesundheitsförderung weiter aus: Insgesamt ca. 552 Millionen Euro stellen sie dann für präventive und gesundheitsfördernde Leistungen bereit – ein Plus von rund 12 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Mit dem zusätzlichen Geld werden Gesundheitskurse und Präventionsmaßnahmen in Kindergärten, Schulen, Betrieben, Quartieren und Kommunen sowie Präventionsangebote für Pflegeheimbewohner, aber auch Selbsthilfegruppen finanziert.

Ernährungstherapie

Wer Probleme mit der Ernährung z.B. aufgrund einer Stoffwechselerkrankung hat, kann sich jetzt eine ärztlich verordnete Ernährungstherapie von seiner gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen lassen. Die Behandlung soll die Gefahren von Fehlernährung, Mangelversorgung und Stoffwechselentgleisungen verhindern oder zumindest abmildern.

Wirksamere Medikamente gegen Krebs

Mehrere neue Medikamente gegen Krebs stehen 2018 vor der Zulassung. Große Erwartungen richten sich an das Enzympräparat Eryaspase, welches derzeit die Zulassungsphase zur Therapie der lymphatischen Leukämie (Blutkrebs) durchläuft und zudem bei Bauchspeichelkrebs getestet wird.

Bessere Hilfsmittel vom 3D-Drucker

Der Einsatz von 3D-Druckern in der Medizin soll 2018 zunehmen. Momentan werden solche Modelle als Gefäßstützen (Stents), Hörgeräte oder Prothesen eingesetzt. Doch auch künstliche Hüft- und Kniegelenke sollen künftig passgenau gedruckt werden. Ebenfalls auf dem Vormarsch: Zahnkronen, -prothesen und -spangen aus dem 3D-Drucker.

Medizindaten auf Gesundheitskarte speichern

Patienten können künftig ihre Notfalldaten und Medikationspläne auf der Gesundheitskarte speichern lassen. Auch die Stammdaten – wichtig zur Leistungsabrechnung – sind auf diese Weise per Karte online übermittelbar. Doch dafür benötigen Ärzte und Kliniken erst neue Lesegeräte. Mit dem Online-Medikationsplan von HealthDataSpace speichern Patienten ihre Gesundheitsdaten jetzt digital.

Mehr Informationen:

https://www.vdek.com/politik/was-aendert-sich/gesundheitswesen-2018.html

 

Foto: ©photodune.net / AndreyPopov

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