Medizinische Zweitmeinung: Das leistet die Krankenkasse

Medizinische Zweitmeinung: Das leistet die Krankenkasse

Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten mittlerweile ein Zweitmeinungs-Programm bei ausgewählten Ärzten an. Doch welche Leistungen sind darin enthalten?

Die Frage „Vor welcher Operation es sich besonders lohnt, eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen?“ haben wir in einem vorangegangenen Beitrag geklärt. Jetzt möchten wir wissen, was genau die Zweitmeinungs-Programme der Krankenkassen ihren Versicherten bieten. Daher haben wir die Zweitmeinungsservices der drei großen Krankenkassen – Techniker Krankenkasse, Barmer GEK und AOK – miteinander verglichen.

TK: Hüfte, Schulter, Knie und Wirbelsäule

Patienten, bei denen eine Operation an Hüfte, Schulter, Knie oder Wirbelsäule geplant ist und die bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert sind, können bei ausgesuchten Spezialisten eine zweite ärztliche Meinung einholen. In dringenden Fällen erhalten Patienten laut TK innerhalb von zwei Tagen einen Termin beim Facharzt. Das ist ein klarer Vorteil, denn häufig gibt es Wartezeiten von mehreren Wochen bis sogar Monaten. Wer den kostenlosen Zweitmeinungsservice der TK in Anspruch nehmen möchte, kann den Arzt für die zweite Meinung allerdings nicht frei wählen. Denn die Techniker Krankenkasse hat mit ausgewählten Schmerzzentren, die sich auf die Behandlung von Rücken- und Gelenkerkrankungen spezialisiert haben, einen Vertrag abgeschlossen. Vorliegende Befunde und Röntgenbilder muss der Patient selbst zum Schmerzzentrum mitbringen. 

Barmer: Rücken, Knie, Hüfte, Zahnbehandlung

Auch die Barmer GEK bietet ihren Versicherten einen ähnlichen Service. Neben der Zweitmeinung für Rücken, Knie oder Hüfte können Barmer-Versicherte auch beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden eine zweite Meinung vor einer Behandlung mit Zahnersatz oder bei Zahnfehlstellungen erhalten. Termine (auch kurzfristig) für die Zweitmeinung bei einem ausgewählten Spezialisten vereinbaren Patienten beim Barmer GEK Teledoktor. Für Kopien von Krankenakten können Kosten entstehen.

AOK: Krebs, Bandscheibenvorfall, Gelenk-, Nieren- und Herz-Kreislauferkrankungen sowie Asthma, Krebs und Fehlbildungen bei Kindern     

Die AOK stellt ihre Spezialisten für medizinische Zweitmeinungen sogar mit Kurzporträt auf ihrer Website vor. Das Zweitmeinungs-Programm unterscheidet Erwachsene und Kinder und umfasst für erstere neben Gelenkerkrankungen an Rücken, Knie und Hüfte sowie Bandscheibenvorfall auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Bei Kindern sind Zweitmeinungen bei ausgewählten Spezialisten zur Behandlung von Krebs, Asthma und Fehlbildungen möglich. Der zuständige AOK-Duo-Ansprechpartner koordiniert den persönlichen Termin und kümmert sich sogar darum, dass die für die Zweitmeinung benötigten Unterlagen des Patienten zum jeweiligen Arzt gelangen.

Fazit: Alle drei Krankenkassen bieten ihren Versicherten ein kostenfreies Zweitmeinungsprogramm an. Deren Leistungen unterscheiden sich hauptsächlich im Umfang der dafür zugelassenen Behandlungen. Aber auch wenn es darum geht, wie persönlich die Zweitmeinungs-Patienten betreut werden und wie hoch der dabei geleistete Organisationsaufwand ist, gibt es zwischen den drei Krankenkassen Unterschiede.  

 

Foto: ©pexels.com