Rücken-OP oder Zweitmeinung: Was tun bei Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfall?

Rücken-OP oder Zweitmeinung: Was tun bei Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfall?

Der Rücken ist sehr komplex und für Rückenbeschwerden gibt es häufig sehr unterschiedliche Gründe. Warum eine medizinische Zweitmeinung hilfreich sein kann.

Die Wirbelsäule ist das zentrale Halte- und Bewegungsorgan des Rückens. Sie trägt und stützt einen Großteil des Körpergewichts und ermöglicht gleichzeitig die Beweglichkeit des Rumpfes. Eine kräftige und harmonisch ausgebildete Muskulatur ist daher für einen gesunden und leistungsfähigen Rücken unabdingbar.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Körperhaltung: der Form und Statik der Wirbelsäule, Gelenkbeweglichkeit, Kraft und Dehnbarkeit der Muskulatur, Körperwahrnehmung und Haltungsgewohnheiten sowie nicht zuletzt der Psyche. Aus diesem Grund können Rückenschmerzen viele Ursachen haben: Bewegungsmangel, schwache Rückenmuskulatur bis hin zu Osteoporose (Knochenschwund), Stress und psychische Probleme, Fehlhaltung oder krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule.

Sportarten, die den Rücken stärken:

  • Radfahren schont die Gelenke
  • Schwimmen in Rückenlage oder im Kraulstil
  • Nordic Walking stärkt die Rückenmuskulatur
  • Yoga vertreibt Rückenschmerzen
  • Pilates stärkt und dehnt die Rückenmuskeln
  • Reiten für eine gute Haltung
  • Wirbelsäulengymnastik

Übungen gegen Rückenschmerzen

Die Techniker Krankenkasse empfiehlt auf ihrer Website einige Übungen gegen Rückenschmerzen. Nach dem Aufwärmen durch ausgiebige Dehnübungen ziehen Sie die Schultern hoch und bewegen sie kreisend nach hinten und nach unten. Als nächstes führen Sie einen Arm über den Kopf nach oben und lassen ihn rückwärts kreisen, während der andere Arm nach oben geht. Bei der nächsten Übung neigen Sie den Kopf langsam erst zur einen Schulter und nach 15 Sekunden zur anderen Seite.      

Interdisziplinäre Diagnose und Untersuchung von Rückenschmerzen

Die Gelenk-Klinik geht gegen Rückenschmerzen folgendermaßen vor: Zur Diagnose gehört zuallererst eine eingehende fachorthopädische Untersuchung. Diese ermittelt Form, Haltung und Beweglichkeit sowie Bewegungsabhängigkeit der Rückenschmerzen. In diesem Zusammenhang wird der Patient auch über seine besonderen beruflichen und psychischen Belastungen befragt. Die Gelenk-Klinik diagnostiziert und behandelt Rückenschmerzen durch ein interdisziplinär arbeitendes Team aus Orthopäden und einem fachärztliches Neurochirurgen.

Am leichtesten lassen sich übrigens Rückenschmerzen feststellen, welche durch strukturelle Schäden an Wirbeln, Bandscheiben und dem Halteapparat der Wirbelsäule ausgelöst werden und mithilfe bildgebender Verfahren wie Röntgen und MRT sichtbar sind. In vielen Fällen ist jedoch der Zusammenhang zwischen strukturellen Problemen und Schmerzen nicht eindeutig. Viele Patienten haben eindeutige Strukturprobleme, wie zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall, unter dem sie allerdings nicht leiden. Viele der Strukturschäden bedürfen zwar einer Behandlung, verursachen aber nicht die chronischen Rückenschmerzen, sondern werden eher beiläufig diagnostiziert.

Konservative Therapie bei Bandscheibenvorfall

Wie die Schön-Klinik feststellt, muss ein Bandscheibenvorfall nicht immer operiert werden. In den meisten Fällen wird der Bandscheibenvorfall zuerst konservativ versorgt, also ohne eine Operation. Im Zentrum der Behandlung steht dabei die Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Beweglichkeit. Dabei muss man zunächst den Kreislauf aus Schmerz und Schonhaltung durchbrechen. Folgende Therapien werden dabei angewendet: Schmerztherapie, Physiotherapie, Muskelkräftigung, Physikalische Therapie, Massagen, Gymnastik, Elektrobehandlung.

Ärztliche Zweitmeinung vor OP an Rücken oder Wirbelsäule

Krankenkassen wie die TK und die Barmer GEK bieten ihren Versicherten strukturierte Verfahren an, um eine ärztliche Zweitmeinung bei einem ausgewählten Spezialisten einzuholen. Die Barmer GEK warnt vor einer Zunahme unnötiger Operationen an der Wirbelsäule. So habe sich die Zahl dieser Eingriffe zwischen den Jahren 2006 und 2014 bundesweit auf gut 780.000 verdoppelt. Erfahrungen der Barmer GEK zeigten, dass rund die Hälfte der Rückenpatienten sich nach einer zweiten Expertenmeinung gegen eine Operation an der Wirbelsäule entscheidet. Wie die medizinischen Bilder (Röntgen, CT, MRT, Ultraschall etc.) der Voruntersuchungen zum Spezialisten gelangen, zeigt das Themen-Special „Zweitmeinung online“.

Weiterführende Informationen:

http://www.special-rueckenschmerz.de

https://my.healthdataspace.org/tipps-gesunder-ruecken-arbeitsplatz-buero

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und dient nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung. Wenn Sie sich unwohl fühlen, suchen Sie unbedingt eine Ärztin bzw. einen Arzt auf.

 

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