Was tun gegen Tennisarm bzw. Golfarm?

Was tun gegen Tennisarm bzw. Golfarm?

Viele Menschen leiden unter Schmerzen im Arm, einem sogenannten Tennisarm bzw. Golfarm. Was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Den sogenannten Tennisarm oder auch Golfarm bekommen nicht nur Sportler, sondern viel häufiger leiden Bürokräfte und Handwerker an Schmerzen auf der Außenseite des Ellenbogens. Eine chronische Überlastung am Computer, beispielsweise durch häufiges Klicken der Maustaste, oder eine ungewohnte Belastung bei handwerklichen Tätigkeiten kann dazu führen, dass die Hand schon bei ganz alltäglichen Bewegungen schmerzt, wie beim Einschenken oder Greifen einer Kaffeetasse. Auch chronische Verspannungen der Halswirbelsäule können den Tennisarm begünstigen. Der Tennisellenbogen entsteht tatsächlich durch eine Überlastung der Hand und nicht des Ellenbogens. Auslöser dafür ist entweder eine akute Überlastung, weil eine ungewohnte Tätigkeit zu intensiv ausgeführt wurde, oder aber eine chronische Überbeanspruchung, weil die Erholungsphasen zwischen den wiederkehrenden Belastungen zu kurz ausfielen. 

Wie wird die Diagnose Tennisarm gestellt?

Ob es sich tatsächlich um einen Tennisellenbogen handelt oder ob nicht eine andere Ursache hinter den Schmerzen steckt, das kann nur der Arzt klären. Denn auch Erkrankungen der Halswirbelsäule, Nervenreizungen, Muskelveränderungen oder eine Arthrose am Ellenbogengelenk können einen Tennisarm verursachen. Daher befragt der Arzt den Patienten zuerst über dessen Krankengeschichte und untersucht ihn gründlich. Anschließend können verschiedene Tests des Ellenbogengelenks, der Halswirbelsäule und der Muskulatur sowie bestimmte Nerventests hinzukommen. Gegebenenfalls helfen darüber hinaus auch Röntgen, Ultraschall und Kernspintomographie (MRT), um eine exakte Diagnose zu stellen.

Golfarm: Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?


Am wichtigsten bei der Therapie ist die Mithilfe des Patienten. Dazu muss der Betroffene den Tennisarm entlasten, indem er einerseits keine schmerzhaften Bewegungen mehr durchführt und andererseits die Unterarmmuskulatur regelmäßig und intensiv dehnt. 

Tennisarm dehnen

Es gibt verschiedene Dehnübungen, die gegen den Tennisarm helfen sollen. Einige Anleitungen mit Fotos zeigt der Leitfaden Ellenbogen der Arcus Kliniken Pforzheim und ausführliche Videotutorials liefert der YouTube-Kanal der Schmerzspezialisten Liebscher & Bracht.

Golfarm kühlen und Durchblutung fördern

Wichtig ist auch, dass Patienten ihren Ellenbogen regelmäßig mit Eis kühlen, um die Durchblutung zu fördern. Darüber hinaus lässt sich der Tennisarm durch Physiotherapie, Bandagen, Medikamente, Eigenblut, Botox, Stoßwellen oder Akupunktur behandeln.

Letzter Ausweg: arthroskopische Operation

Wenn die konservativen Therapieansätze nicht helfen, kann unter Umständen die Operation eine Behandlungsmöglichkeit sein. Ein besonders schonender Eingriff ist die Arthroskopie. Dabei werden über zwei kleine Zugänge eine Optik sowie feine Operationsinstrumente in den äußeren Ellenbogen eingeführt und unter Sicht der Sehnenschäden behandelt. Zahlreiche Patientenstudien aus den USA ergaben bei der Behandlung des Tennisarms durch Arthroskopie bis zu 92 Prozent sehr gute kurz- und langfristige Ergebnisse bei sehr geringem Komplikationsrisiko. Der arthroskopische Eingriff ist damit erheblich schonender, weniger risikoreich und deutlich weniger schmerzhaft als das herkömmliche Operationsverfahren. Insgesamt ist mit einer Heilungs- und Nachbehandlungsdauer von ca. drei bis vier Monaten zu rechnen.

Weiterführende Informationen:

https://gelenk-klinik.de/orthopaedische-erkrankung/ellenbogen/tennisarm-epicondylitis.html

http://orthopaedie.klinik-am-ring.com/index.php/ellenbogengelenk/tennisarm-tennisellenbogen-epicondylitis.html

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und dient nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung. Wenn Sie sich unwohl fühlen, suchen Sie unbedingt eine Ärztin bzw. einen Arzt auf.

 

Foto: pexels.com